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Annemarie Dose (79), Hamburg

Annemarie Dose verschenkt Essen und Liebe

"Ami, wo stehen die Nudeln?" Eine Sekunde später schallt aus einem Nebenraum: "Ami, wir haben doch Kekse. Wo sind die?" Die Frau, nach der alle rufen, bleibt gelassen. Annemarie Dose ist jeden Tag hier im Lager der "Hamburger Tafel". Organisiert, informiert, packt an. Die "Hamburger Tafel", die größte ihrer Art unter 678 Einrichtungen in Deutschland, ist Annemarie Doses Lebenswerk. 83 Jahre wurde die Witwe und Mutter von zwei Kindern im August. Doch mit dem, was sie leistet, macht sie jedem Konzernboss Konkurrenz. 100 ehrenamtliche Helfer sammeln täglich Lebensmittel- und Sachspenden, verteilen sie an mehr als 100 karitative Einrichtungen. Unterstützung, die ohne Umweg bei Armen und Bedürftigen landet. Was sie antreibt? "Wer hilft, tut auch immer etwas für sich. Wer Gutes gibt, kriegt Gutes zurück", sagt Annemarie Dose lächelnd und mit funkelnden Augen. "Und wer etwas verändern will, der muss selbst anfangen." 1994 gründet sie die "Tafel". Fährt mit einer Handvoll Helfern morgens Bäckereien und Restaurants ab, sammelt Frischware ein und verteilt sie am Nachmittag an Hamburger in Not. "Anfangs musste ich viele Klinken putzen, um an die ersten Spenden zu kommen." Aber "Ami" bleibt hartnäckig, überzeugt immer mehr Unternehmen von der guten Sache. Um die Zukunft abzusichern, gründet sie 2002 die "Stiftung Hamburger Tafel": "Wir brauchen jeden Monat 15.000 Euro für Betriebskosten. Ich möchte erreichen, dass die Zinsen aus dem Stiftungskapital diese Summe decken." Damit es auch "nach ihr" weitergeht mit der "Tafel". Aber ein Blick in ihr Gesicht reicht, um zu wissen: Es wird noch lange mit ihr weitergehen...

Stand 2007

"Wer Annemarie Dose je erlebt hat, ist fasziniert von dieser Frau. Obwohl sie heute viele Helfer hat, packt sie immer noch jeden Tag selbst mit an. Getrieben von dem einem Gedanken: den Menschen zu helfen, die nicht auf der Sonnenseite des Lebens stehen! Und das nicht nur mit Geld. Es geht ihr vor allem darum, diese Menschen spüren zu lassen: "Ihr seid nicht allein! Nicht vergessen! Wir interessieren uns für euch!"

Christian Gerboth (45), Moderatorin