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Katja Mahn (36) & Christina Hartmann (41) sind für Frühchen-Familien da

GROSSE HILFE FÜR KLEINE KÄMPFER

Jedes zehnte Baby wird in Deutschland viel zu früh geboren. Dass diese Winzlinge einen guten Start ins Leben bekommen, ist das Herzensanliegen der beiden Berlinerinnen. Sie haben den Verein „Traglinge“ gegründet

Gäbe es den kleinen Matthis Mahn (4) nicht – wer weiß, ob es heute die „Traglinge“ gäbe? Als die Bankangestellte Katja Mahn sich 2008 auf ihr erstes Baby freut, treten in der Schwangerschaft plötzlich Komplikationen auf. Notkaiserschnitt! Söhnchen Matthis kommt während eines Urlaubs seiner Eltern an der Ostsee zur Welt – 14 Wochen zu früh.

Zweieinhalb Monate kämpfen die Ärzte auf der Intensivstation in Greifswald um das Leben des Jungen, Mama Katja wacht Tag und Nacht an seinem Bettchen. Sie lernt dort viele Mütter kennen, deren Kindern noch viel schlechter dran sind und gibt sich selbst ein Versprechen: „Wenn das hier gut ausgeht, dann helfe ich anderen Eltern!“ Denn hautnah erlebt sie, „wie wichtig kompetente Hilfe ist, wenn du verzweifelt um das Leben deines winzigen Babys bangst, wenn du nicht weißt, wo dir der Kopf steht.“

Zurück in Berlin schließt sie sich mit der Kinderkrankenschwester Christina Hartmann (41) zusammen. Die arbeitet in der Neo-natologie im Waldkrankenhaus Spandau, kennt den Überlebenskampf der Frühchen, die Ängste der Eltern und weiß auch, wie groß die Gefahr einer lebenslangen Behinderung ist.

2009 gründen die beiden Frauen ihren Verein „Traglinge“: Er hilft Müttern von Frühchen in den ersten Monaten nach der Geburt, sich zurechtzufinden. Schon in der Klinik nimmt das Team aus Ärzten, Krankenschwestern und Psychologen Kontakt zu den Familien auf, betreut sie dann auch zu Hause weiter – „wo sich Eltern oft allein gelassen, überfordert und hilflos fühlen“. Zu den Sorgen ums Kind kommen oft auch noch finanzielle: Krankenkassen lehnen die -Anträge auf Nachversorgung zu 38 Prozent ab.

Zurzeit betreuen die beiden Freundinnen 140 Frühchen--Familien. Katja Mahn, inzwischen auch Mutter der kleinen Elisabeth (6 Monate) kümmert sich vor allem um Spenden und Organisation, Christina Hartmann besucht die Familien. „Keine von uns könnte die ,Traglinge‘ allein stemmen“, sagen sie. Die schönsten Momente? Die beiden Frauen lächeln: „Der Moment, in dem wir merken, dass wir nicht mehr gebraucht werden – weil es dem ehemaligen Frühchen so richtig gut geht. Und seinen Eltern auch.“

Stand 2013

05032 Mahn016 A
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SPENDENKONTO TRAGLINGE e.V.
Deutsche Bank
Konto 818668601 | BLZ 12070024
www.traglinge-ev.de