Esther Ridder (35) schenkt Aids-Waisen in Afrika eine Zukunft

Ein Lächeln für Afrikas vergessene Kinder

„Raise a smile“, lasse ein Lächeln entstehen: So heißt der Verein von Esther Ridder (35) – und sie hat schon Tausenden armen Kinder ein Lächeln ins Gesicht gezaubert. Um Aidswaisen in Sambia zu helfen, brach die Psychologin in Berlin alle Brücken hinter sich ab

Wenn Esther Ridder in Sambia aus ihrem Fenster schaut, sieht sie den Mangobaum, den sie gepflanzt hat. Schnell wächst er nicht. Aber sie weiß, dass es Geduld braucht, wenn man etwas schaffen möchte. Gerade, wenn die Ziele so groß sind wie ihre.

Esther Ridder kümmert sich um die Kinder, die in dem afrikanischen Land ohne sie kaum älter als 40 Jahre alt würden. „Die Lebenserwartung liegt hier bei 43, die Aidsrate ist hoch, jedes 6. Kind ein Waisenkind“, sagt die frühere Leistungssportlerin, die als Judoka in der Nationalmannschaft Medaillen gewann.

Heute ist sie oft tagelang auf holprigen Straßen unterwegs, um Lehrer zu unterstützen, die Klassen mit 100 Schülern unterrichten. Sie verteilt Bücher, klärt über AIDS und Malaria auf. Die Bedingungen an den Schulen sind miserabel, die Toiletten Löcher in der Erde, die Schlafsäle Baracken. Für viele Kinder bleiben Schulen sogar ganz unerreichbar: 300 Euro kostet ein Platz für ein Jahr. Geld, das Waisen nicht haben. Deshalb zahlt Esthers kleiner Verein die Schulgebühr für 30 Kinder. „Ich wünschte, es wären mehr. Bei jedem Kind, das wir abweisen müssen, blutet mein Herz.“

„Die Mädchen haben es in Sambia am schwersten“

„Aunti“ nennen die Kinder sie liebevoll, Tante. „Sie wissen, dass ich immer für sie da bin.“ Sie schreiben ihrer Aunti Briefe, malen Bilder, rufen an. Esther bewahrt jedes Bild, jeden Brief in einem Ordner im Büro vor dem Mangobaum auf.

Besonders sorgt sie sich um die Mädchen: „Ist Geld da, geht es meist an die Jungs. Den Mädchen bleibt oft nichts anderes, als früh schwanger zu werden, Kinder zu kriegen, für immer vom Mann abhängig zu sein.“ Ohne „Raise a Smile“ wäre das auch Maggys Schicksal gewesen. Die 12-Jährige hat keine Eltern mehr, dank Esther bekommt sie jetzt einen Schulabschluss, lernt fleißig. „Maggy ist toll. Sie wird ihren Weg gehen.“

Auch Esther Ridder ist ihren konsequent gegangen. Nach einer Knieverletzung muss sie 2006 ihre Judo-Laufbahn beenden, eine Reise nach Sambia soll sie auf andere Gedanken bringen. „Ein tolles Land, aber ich war vom Elend, das ich gesehen habe, schockiert. Ich wusste sofort, dass ich helfen muss.“ Zurück in Berlin eröffnet sie mit ihrem Freund Gray (30) ein Jugendhotel, das „Hostel für Sambia“. Drei Jahre schuften sie, sparen jeden Cent, werden sogar als bestes Hostel Deutschlands ausgezeichnet. Als das Geld reicht, schließen sie – und ziehen 2013 nach Sambia.

„Hier werde ich gebraucht“, sagt Esther Ridder und arbeitet schon am nächsten großen Ziel: eine eigene „Raise a Smile“-Schule. „Ein Ort, an dem die Kinder nicht nur lernen können – sondern auch ein Zuhause finden.“

2016 Ridder (1)
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SPENDENKONTO
Raise a Smile e.V.
IBAN: DE37 4306 0967 8201 7657 00
www.raise-a-smile.org

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