Gloria Boateng (37) kämpft für benachteiligte Jugendliche

In jedem Kind die Chancen sehen

Die Hamburgerin zeigt, was Integration leisten kann – wenn sie gelingt. Selbst ohne Bildungschancen in Ghana geboren, verhilft die Lehrerin heute mit ihrem Verein „SchlauFox e.V.“ Hunderten Kindern zu einem besseren Start ins Leben

Regelmäßig zur Schule gehen? Davon träumt Gloria als kleines Mädchen. Sie wächst bei ihrer Oma auf, in einem Dorf in Ghana. Zum Unterricht darf sie nur, wenn der nach Deutschland ausgewanderte Großvater Geld geschickt hat. „Meistens saß ich am Straßenrand und schaute den anderen Kindern auf dem Schulweg traurig hinterher“, erzählt Goria Boateng. „Ich fand das so ungerecht, schon damals. Jedes Kind hat doch das gleiche Recht auf Bildung.“

Sie ist zehn, als der Großvater sie nach Hamburg holt: „Doch er starb bald, ich kam in eine Pflegefamilie.“ Sie lernt Fremdenhass kennen: „Ich wurde oft wegen meiner Hautfarbe bepöbelt.“ Mit 14 wird sie auf der Straße zusammengeschlagen, muss ins Krankenhaus, mit 18 in ihrer Wohnung überfallen. Es habe Phasen gegeben, da habe sie den Glauben an die Menschen verloren und viel geweint. Aber der Kampfgeist in Gloria Boateng, die Lebenslust, der Ehrgeiz sind stärker. Sie macht ihr Abitur, gründet 2008 mit anderen Studenten „SchlauFox e.V.“ – und heute ist sie es, die Jugendlichen in schwierigen Lagen Stütze und Ansporn ist – viele ihrer Schützlinge haben Migrationshintergrund, sind Flüchtlingskinder oder haben zu Hause wenig Unterstützung.

„Wir sind alle gleich – egal, wo wir herkommen“

Der Verein hilft auf vielen Ebenen, individuell, 140 Ehrenamtliche unterstützen Gloria Boateng dabei. Es wird zusammen gelernt, gekocht, geredet und gelacht. Beim Projekt „Ankerlicht“ kümmern sich Mentoren gezielt um junge Flüchtlinge, damit die ihren Schulabschluss schaffen. Gloria Boateng (selbst Mutter einer Tochter, Saraphina ist 16) ist für Abdou da: Vor zwei Jahren floh er 16-jährig allein aus Gambia, wartet bis heute auf die Genehmigung seines Asylantrags, darf bis dahin keine Ausbildung machen, keine Zukunft planen. Ohne Gloria wäre er wohl schon verzweifelt: „Sie ist Familie für mich.“

Die Flüchtlingswellen, all die Sorgen und Probleme – schaffen wir das? Gloria Boateng ist sicher: „Wir haben es mit einer enormen Herausforderung zu tun. Aber auch mit einer großen Chance, wenn wir die Menschen gut integrieren.“ Sie wünscht sich, „dass kein Kind durchs Raster fällt – egal, woher es kommt. Ich hatte das Glück, immer Menschen zu treffen, die an mich geglaubt haben. So ein Mensch will ich für andere sein“.

2016 Boateng (1)
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