Petra Jenal (54) ermöglicht Behinderten eine Reit-Therapie

Weil Pferde oft die besten Therapeuten sind

Auf dem Rücken der Pferde stärken sich Muskeln, lösen sich Spastiken, wächst der Lebensmut: Mit ihrem Verein „Ehrensache e.V.“ hilft die Saarländerin Menschen mit Handikap. Die Krankenkassen zahlen keinen Cent dazu

Bei jedem Schritt, den Stute „Sue“ geht, kommt ein Jauchzen aus Jennis Kehle. Jenni, 21 Jahre alt, kann nicht sagen, wie gut ihr das Reiten gefällt – aber sie kann strahlen. Und wie!

Jenni ist seit ihrer Kindheit halbseitig gelähmt, bei einer OP erlitt sie einen Hirninfarkt. Sie wird niemals sprechen können. „Sie konnte nicht mal allein sitzen. Und jetzt schauen Sie, wie toll sie sich auf dem Pferd hält. Sie kann sogar allein aufsteigen“, erzählt Petra Jenal (54) und freut sich dabei so über Jennis Fortschritt, dass ihre Augen blitzen. Ein Fortschritt, den sie selbst mit ihrem Einsatz erst möglich gemacht hat.

Petra Jenal gründete 2010 den Verein „Ehrensache e.V.“, macht seitdem Reit-Therapien für kranke und behinderte Kinder möglich. „Jeden von uns kann morgen ein Schicksalsschlag treffen, jeder von uns hat dann die bestmögliche Hilfe verdient“, sagt die kaufmännische Angestellte. „Die Welt lebt von Menschen, die mehr tun als ihre Pflicht – das ist mein Motto.“

Sieben Reittherapeuten, eine Physiotherapeutin, eine Psychologin und rund 20 Ehrenamtler kümmern sich mit ihr um bisher 80 Menschen. Sechs Pferde haben sie gekauft und selbst ausgebildet. Und so lange Spenden gesammelt, bis sie sogar eine eigene Reithalle in Überherrn bei Saarlouis bauen konnten.

„Die Tiere helfen, Körper und Seele zu heilen“

25 Euro kostet hier eine Therapiestunde, halb so viel wie normalerweise. „Und wenn sich jemand auch die 25 Euro nicht leisten kann, springt unser Förderverein ein“, erklärt Petra Jenal. Einfach ist das nicht: „Unsere laufenden Kosten mit den Pferden sind enorm. Es ist einfach unerklärlich, dass die Krankenkassen sich gar nicht beteiligen – die Erfolge sind eindeutig!“

Bei der Reittherapie übertragen die Pferde ihre Bewegungen auf das Nervensystem des Patienten. So lösen sich zum Beispiel Spastiken, der Muskelaufbau wird gestärkt und die Koordination gefördert. „Außerdem sind die Patienten oft motivierter als bei Behandlungen in der Arztpraxis – gerade bei therapiemüden Erwachsenen und bei Kindern ist das ganz wichtig“, sagt Jenal, die seit 17 Jahren reitet, selbst jeden Tag vor oder nach der Büro-Arbeit im Stall steht. Um die Pferde zu versorgen und Momente zu erleben wie diesen: Autist Tim (16) winkt vom Pferd und wirft ihr einen Handkuss zu. „An solchen Tagen fahre ich heulend nach Hause“, sagt Petra Jenal, „und weiß ganz genau, warum sich unsere Arbeit lohnt.“

2016 Jenal (1)
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SPENDENKONTO
Ehrensache e.V.
IBAN: DE48 5935 0110 0370 0064 39
www.einfachehrensache.de

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