Katharina Zech (26) findet Stammzellspender für Leukämie-Patienten

Ein Leben zu retten liegt jedem im Blut

Die Münchnerin ist 12, als ihr Opa an Blutkrebs erkrankt. Er stirbt, bevor ein Stammzellspender gefunden wird. Elf Jahre später gründet Katharina Zech gemeinsam mit Freunden an ihrer Uni die Initiative „AIAS“ - und sagt der grausamen Krankheit den Kampf an

Das Wunder geschieht im Januar 2010. Da ist Katharina Zech ist 19 Jahre und schon bei der Deutschen Knochenmarkspenderdatei registriert. Das Telefon klingelt, die Frau am anderen Ende sagt: „Ihre Werte passen.“ Ob sie einer leukämiekranken Frau aus den USA Knochenmark spenden würde? Katharina zögert nicht. Sie setzt sich in den Flieger nach Dresden, ihr Blut läuft durch ein Dialysegerät, 200 Milliliter werden ihr abgenommen. Das Gerät filtert einen Teil der vom Knochenmark gebildeten Stammzellen heraus, die zu der sechs Jahre älteren Casey Guerrero geflogen werden. Die Transplantation gelingt, Casey wird wieder gesund!

Zwei Jahre später lernt Katharina Casey kennen: „Ein unbeschreiblicher Moment. Wir nahmen uns in die Arme. Sie und ihre Familie waren mir so unendlich dankbar. Ich konnte kaum glauben, wie leicht es für mich war, ihr Leben zu retten.“ Eine Chance, die ihr Großvater nicht bekam. „Er wohnte im Nachbarhaus, brachte mir Schach und Imkern bei, im Sommer pflückten wir Äpfel im Garten. Er war nach meinen Eltern der zentrale Mensch in meinem Leben.“ Dann musste Katharina zusehen, wie er binnen weniger Monate starb. An Blutkrebs. Lange hat sie daran zu knabbern. „Ich wollte etwas gut machen. Und nach Casey wusste ich, dass ich mehr Menschen helfen will.“

„Wir hatten schon 34 Treffer – 34 gerettete Leben!“

Darum gründet sie 2013 mit sechs Mitstreitern „AIAS München e.V.“. Ihr Ziel: Andere Studenten über Blutkrebs und Stammzell- bzw. Knochenmarkspende aufklären und in Vorlesungspausen Typisierungs-Aktionen für die DKMS organisieren. Also: Möglichst viele junge Leute als mögliche Spender gewinnen, die fit sind und lange in den Dateien bleiben!

Das AIAS-Team bittet Professoren, ihr Projekt bekannt zu machen, sammelt Spenden für die Übernahme der Typisierungskosten (40 Euro/Person), druckt Plakate für den ersten Termin – und wartet: Werden Studenten kommen? „Und dann kamen 2333 an einem einzigen Tag“, erzählt Katharina.

Heute ist der Verein deutschlandweit an 14 Standorten aktiv, darunter Berlin, Frankfurt, Hamburg, Dresden. Es wurden fast 10.000 mögliche Spender gefunden, unter ihnen sind bereits 34 Lebensretter.

„Eines Tages soll AIAS an jeder Uni in Deutschland aktiv sein – und kein Student mehr Angst vor einer Knochenmarkspende haben“ – das ist Katharinas Vision. AIAS war übrigens ein Held der griechischen Antike. Jeder kann einer sein, weiß Katharina Zech. „Und es ist ein unbezahlbares Glück, einem anderen Menschen das Leben zu retten – das schönste Gefühl der Welt.“

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SPENDENKONTO
AIAS München e.V.
IBAN: DE27 7015 0000 10031435 16
www.aias-germany.de

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