Julia Cissewski (43) schützt Orang-Utans

Rettung für die Letzten ihrer Art

Ein Orang-Utan hat keinen Feind – bis auf uns: Der Mensch jagt ihn, nimmt ihn gefangen, vernichtet sein Zuhause. Die Leipzigerin kämpft mit „Orang-Utans in Not e. V.“ für das Überleben der Primaten und eines einmaligen Naturparadieses.

Orang-Utan „Montana“ kann nicht mehr ausgewildert werden: Seine Mutter wurde erschossen, und als er als Baby in der Auffangstation Pasir Panjang auf Borneo ankam, hatte auch er Kugeln im kleinen Leib. Seitdem ist „Montana“ links blind, eine Körperseite verkrüppelt. „Kristen“ war schon sieben, als sie aus einem Bordell befreit wurde. Das Orang-Utan-Mädchen hat nie gelernt, wie ein Menschenaffe zu leben – und kehrte nach zwei Auswilderungsversuchen in die Schutzstation zurück. Erst der dritte gelang.

Nur zwei Schicksale von schrecklich vielen. „Was diesen Tieren angetan wird“, sagt Julia Cissewski, Gründerin von „Orang-Utans in Not e. V.“, „macht mich unendlich wütend und traurig.“ Orang-Utans (malaiisch = Waldmenschen) werden gejagt, gefangen, gegessen, als Haustiere gehalten. Brandrodungen und wuchernde Palmölplantagen zerstören ihr einziges Zuhause – über eine Million Hektar Regenwald pro Jahr gehen in Indonesien verloren. Julia Cissewski stemmt sich von Leipzig aus gegen diese Tragödie. Ihr Verein unterstützt Aufzucht-, Auswilderungs- und Aufforstungsprogramme auf Sumatra und Borneo. Die Chefsekretärin kämpft für das Überleben der rothaarigen Menschenaffen, für die Allerletzten ihrer Art.

„Ich fühlte mich wie ein Gast im Paradies“

Ihre Affenliebe begann vor 16 Jahren im Zoo Leipzig. Zufällig erfährt sie, dass Freiwillige für das Aufpäppeln von Affenbabys gesucht werden. Sie kümmert sich um „Alexandra“ und „Mosi“, füttert, wickelt die beiden – und verliebt sich unsterblich: „Wenn ein Affe sich mit Armen und Beinen an dich klammert, dir so vertraut, da entsteht eine besondere Beziehung.“

Sie fliegt nach Indonesien, will die Tiere in freier Wildbahn erleben. „Ich fühlte mich wie ein Gast im Paradies: Wie friedlich sie in den Bäumen leben, wie liebevoll sie mit ihren Babys umgehen … das ist so berührend.“ Bis zu zehn Jahre bleibt ein Affenkind bei seiner Mutter, zu 96 Prozent gleicht der Gencode eines Orang-Utans dem unseren.

Aber Julia Cissewski erlebt auch, wie sehr unsere engen Verwandten leiden: Sie riecht Brandrodungen, bei denen Tiere qualvoll im Feuer sterben, begreift, wie sehr die Umweltzerstörung auch unser Klima bedroht. „Geht es weiter wie bisher“, wird ihr klar, „ist es nicht nur für die Orang-Utans zu spät, sondern irgendwann auch für uns.“

Ihr Verein, vor zehn Jahren gegründet, hofft, „dass die Menschen aufwachen. Wir dürfen nicht weiter so fahrlässig mit unserer Welt umgehen!“ So oft sie kann, ist Julia Cissewski selbst in Indonesien und packt vor Ort mit an. Die Waldmenschen „reden“ nicht viel, aber in ihren klugen Augen sieht sie alles: Liebe, Angst, Dankbarkeit. Julia Cissewski verspricht: „Wir werden um jedes Tier kämpfen.“

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