Lydia Staltner (58) unterstützt Rentner in Not

Damit mehr Menschen in Würde alt werden können

Zwei Wintermäntel. Drei paar Schuhe. Eine Matratze. Eine neue Brille. Lebensmittel. Das sind die Dinge, die auf der Liste stehen, die Lydia Staltner und ihr Team heute bewilligt haben. Nicht für Kriegsflüchtlinge oder einen Spendentransport – nein, als Hilfen für Rentner. „Viele Menschen sind arm, obwohl sie Jahrzehnte gearbeitet und in die Rentenkasse eingezahlt haben“, sagt die Vereinsgründerin. „Zu arm für das Nötigste.“ Im kleinen Münchner Büro stapeln sich die Ordner, jeder prallvoll mit Einzelschicksalen. „Es gibt Rentner, die bei Regen im Haus bleiben, weil ihre Schuhe Löcher haben“, berichtet Lydia Staltner. „Viele verstecken ihre Armut, weil sie sich dafür schämen. Dabei sollte sich die Gesellschaft schämen!“

Vor 15 Jahren hat die Münchnerin die Idee zu ihrem Verein, weil ihr immer wieder Renter in Not auffallen. „Viele haben damals nicht verstanden, dass ich mich für alte Leute einsetzen will und gemeint: Mach doch lieber was mit Kindern!“ Heute ist allen klar, wie wichtig Lydia Staltners Engagement ist: Ihr Verein unterstützt bundesweit 10.000 (!) Rentner, überwiegend Frauen. Viele bekommen Gutscheine für eine Supermarktkette oder eine monatliche Unterstützung, andere Einmalhilfen für Kleidung Möbel, Medikamente.

So wie Maria Zlotowski (66): Nach dem plötzlichen Tod ihres Lebensgefährten muss sie umziehen, steht vor dem Nichts. Ihre Rente von rund 900 Euro reicht in München kaum zum Leben. „Wenn Miete, Strom, Versicherungen und Telefon abgezogen sind, bleiben mir 300 Euro“, erzählt die frühere Reiseverkehrskauffrau. Vom Verein „Lichtblick“ hat sie das Geld für eine Matratze bekommen und für Winterstiefel. „Es ist schwer, etwas anzunehmen, wenn man immer gearbeitet hat“, sagt sie leise. „Wie soll ich das je wieder gut machen?“

3,4 Millionen Rentner leben in Deutschland an der Armutsgrenze. Täglich gehen bei „Lichtblick“ bis zu zehn neue Anträge ein. Von Rentnern direkt oder aber über Landratsämter, das Rote Kreuz, Diakonien, Gemeindestellen. „Wir überprüfen alle Anträge genau“, erklärt Lydia Staltner. „Aber länger als eine Woche wartet niemand auf eine Antwort – das ist uns wichtig.“ Längst bietet „Lichtblick“ mehr als nur finanzielle Hilfe: „Armut macht auch einsam. Deshalb organisieren wir Wandertage, Kaffee-Nachmittage, Ausflüge. Niemand soll allein bleiben, weil er arm ist.“ Maria Zlotowski ist regelmäßig dabei, hat neuen Lebensmut gefunden: „,Lichtblick‘ hat mich gerettet.“

Lydia Staltner möchte noch viel mehr Rentnern helfen. Ihnen ihre Würde wiedergeben. Unermüdlich sammelt sie Spenden. „Alles, was wir haben oder sind“, sagt sie, „verdanken wir den Generationen vor uns. Das dürfen wir nie vergessen.“

Lichtblick29
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SPENDENKONTO
Lichtblick Seniorenhilfe e.V
IBAN: DE30 7009 0500 0004 9010 10
www.seniorenhilfe-lichtblick.de

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