Tanja Hock (39) ist das gute Herz von Madagaskar

Ihr Hebammen-Mobil rettet Mütter und Babys

Wenn Tanja Hock Wasser braucht, muss sie raus zum Brunnen vor ihrem Haus im Dörfchen Ambovo, nahe der Hauptstadt Antananarivo. Strom? Gab’s bis vor Kurzem nur per Generator, jetzt hat sie eine kleine Solaranlage auf dem Dach. Und wenn Tanja mit ihren Kindern Fanilo (11) und Fifaliana (9) einkaufen will, dann dauert die Fahrt zum Laden eine Ewigkeit: „Die Straßen“, sagt sie, „sind hier eine Katastrophe.“

Beide Kinder hat die 38-Jährige adoptiert. Sohn Fanilo mit fünf Monaten, seine leibliche Mutter lebte auf der Straße. Töchterchen Fifaliana mit 21 Monaten, sie wurde am Krankenhaus ausgesetzt. Die Kleinen hatten Glück – das haben nur wenige Kinder auf Madagaskar, die Zustände sind schlimm. Über 90 Prozent der Madagassen leben in extremer Armut, jeder Zweite hat keinen Zugang zu Trinkwasser, die Lebenserwartung liegt bei 47 Jahren. Schwangere und ihre Babys trifft die Not am härtesten. „Viele Frauen sterben bei der Geburt, weil es keine medizinische Versorgung gibt“, sagt Tanja Hock. Viele Babys werden ausgesetzt, weil die Mütter nirgendwo Hilfe finden. Für diese Frauen will die gelernte Hebamme und Rettungssanitäterin Tanja Hock da sein. Für sie hat die Aschaffenburgerin ihr sicheres Leben in Deutschland aufgegeben: Seit zwölf Jahren ist nun schon Madagaskar ihr Zuhause.

Anfangs arbeitet sie dort für eine Schweizer Hilfsorganisation, 2009 gründet sie ihren Verein – die „Mobile Hilfe Madagaskar“. Sie sammelt Spenden, kauft ein ausgedientes Postbankmobil und baut es zum Hebammenmobil um -– eine rollende Rettungsstation für schwangere, obdachlose Frauen. In den ersten Jahren fährt sie noch selbst mit dem Mobil durch Antananarivo. „Inzwischen haben wir fünf Frauen zu Hebammen ausgebildet, die jetzt vier Abende in der Woche unterwegs sind – dazu noch zwei Tage im Busch.“ Die entlegensten Regionen auf der großen Insel erreicht das Team nur per Helikopter oder Leichtflugzeug. Schwangere werden vor und nach der Geburt betreut – die Kosten, etwa 100 Euro pro Mutter, trägt der Verein.

Und Tanja Hock hat noch viele Pläne. Der neueste: „Wir bauen ein Krankenhaus.“ Die Krankenstation in Ambovo, die der Verein auch betreibt, ist „zu klein geworden.“ In den nächsten Wochen beginnt der Bau, 300.000 Euro müssen dafür her. „Vom Staat Madagaskar bekommen wir keinen Cent. Das Land hat ja nichts.“

Eine riesige Herausforderung – aber die schreckt Tanja Hock längst nicht mehr: „Wir haben schon so viel geschafft!“ Ein deutsches Ärztepaar unterstützt sie, sammelt fleißig medizinische Geräte. Selbst ist Tanja Hock nur noch alle zwei Jahre in Deutschland, manchmal hat sie schon ein bisschen Heimweh: „Zu wissen, die anderen feiern Hochzeiten oder Geburtstage und ich kann nicht dabei sein, das ist oft schwer auszuhalten.“ Sie lächelt. „Aber wenn mich dann eine Frau mit ihrem gesunden Baby besucht und sagt: ,Wir leben nur noch, weil es euch gibt’ - dann ist alles gut. Dann bin ich unendlich stolz. Und weiß, dass ich hier noch lange gebraucht werde.“

Ein Baby zum aufpäppeln
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SPENDENKONTO
Mobile Hilfe Madagaskar e.V.
IBAN: DE05 795 500 000 011 418 472
www.mobile-hilfe-madagaskar.de

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