Corinna Hölzer (53) will unsere Bienen schützen und retten

„Das Summen der Natur darf nicht verstummen“


Pestizide und Monokulturen, aber auch langweilige Gärten und Grünanlagen gefährden die Bienen – und damit unsere Umwelt. Die Berlinerin kämpft mit ihrer Initiative „Deutschland summt!“ gegen das Aussterben der Insekten. Sie klärt auf, gärtnert und startet bundesweite Aktionen



Für Corinna Hölzers Ohren ist Bienensummen die schönste Musik. Leider gibt es diese Melodie der Natur immer seltener zu hören: „Von den 584 Wildbienen-Arten in Deutschland sind 39 schon ausgestorben – und 50 Prozent bedroht“, erklärt die Berlinerin. Mit ihrer Initiative „Deutschland summt! Wir tun was für Bienen“ will sie die dramatische Entwicklung stoppen und die biologische Vielfalt vor unserer Haustür retten.

Darum veranstaltet sie Pflanzwettbewerbe, verwandelt Rasenflächen in Wildgärten, gibt Seminare, hat für Schüler einen Bienenlehrkoffer entwickelt. „Aber Umweltbildung brauchen nicht nur Kinder“, sagt die promovierte Biologin. Auch uns Erwachsenen will sie helfen, „das Große im Kleinen zu sehen: All unsere Ökosysteme werden von Insekten getragen. Wenn sie sterben, stirbt auch die Menschheit. Immer mehr Leute verstehen das – im Gegensatz zu vielen Unternehmen und der Politik. Naturschutz braucht einen höheren Stellenwert. Es ist nicht mehr kurz vor zwölf, es ist kurz nach zwölf. Wir müssen handeln!“.

Selbst ist sie seit Teenagertagen leidenschaftliche Umweltschützerin: „Meine Familie hat mich Ökoliesel genannt“, erzählt sie schmunzelnd. An ihrer Zimmertür hing der Indianer-Spruch, der ihr heute noch oft in den Sinn kommt: „Erst wenn der letzte Baum gerodet, der letzte Fluss vergiftet, der letzte Fisch gefangen, werdet ihr feststellen, dass man Geld nicht essen kann.“ Mit erhobenem Zeigefinger will sie aber nicht unterwegs sein: „Ich möchte informieren, inspirieren, motivieren.“ Gemeinsam mit ihrem Mann Cornelis (56) hat sie 2010 die „Stiftung Mensch und Umwelt“ gegründet, zu der auch ihre Initiative „Deutschland summt!“ gehört. Eine, die zum Glück immer mehr Menschen ansteckt: Seit Corinna Hölzer 2011 an berühmten Berliner Orten Bienenstöcke aufstellte (unter anderem im Garten von Schloss Bellevue), haben sich schon 28 Städte und Landkreise ihrer Bienenrettungsbewegung angeschlossen.

Und Corinna Hölzer wird weitermachen, bis ganz Deutschland wieder summt. Heute steht sie im Garten einer Berliner Wohnungsgenossenschaft und hängt Nisthilfen auf: „Vor einem Jahr wuchs hier keine Blume, es gab nur eine riesige Rasenfläche“, berichtet sie. „Typisch, oder? Lieber einen akkurat gemähten Rasen oder ein graues Kiesbett als eine bunte Blumenwiese vor der Tür.“ Dabei sei die wilde Wiese so viel sinnvoller – als Lebensraum und Pollenlieferant für die Bienen. „Hübscher ist sie auch“, findet die Berlinerin. „Und wenn man genau hinhört, klingt sie auch schöner.“

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SPENDENKONTO:
Stiftung für Mensch und Umwelt
Stichwort: Deutschland summt!
GLS Gemeinschaftsbank e. G.
IBAN: DE71 4306 0967 1105 5066 00
www.deutschland-summt.de

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