Ines Helke (48) bringt Menschen mit und ohne Behinderung zusammen

„Wir singen mit den Händen“


Die Hamburgerin Ines Helke kann nicht hören – und hat dennoch einen ganz besonderen Chor gegründet: Bei „HandsUp“ werden Lieder nicht mit der Stimme gesungen, sondern mit den Händen gebärdet. Ein Projekt, das zeigt, mit wie viel Spaß Inklusion gelingen kann



Ganz fest ist die Umarmung von Maren (44), ganz breit ihr Lächeln. Sie hat Trisomie 21, ist schwerhörig, verständigt sich mit Gebärden – und die jubeln gerade: „Endlich ist wieder „HandsUp“-Tag! Es ist soooo toll, dass es Ines gibt!“
Vor fünf Jahren hatte Ines Helke diese besondere Idee, Musik zur Brücke zu machen zwischen Menschen mit und ohne Behinderung. Gemeinsam sollen sie Schönes erleben, das ist ein Herzensprojekt für Ines, die selbst seit Geburt hörbehindert ist.
Wie können Menschen, die Musik nicht hören, singen? Ines lacht, die Frage kennt sie: „Bei uns übernehmen die Hände die Rolle der Stimme. Wir übersetzen die Strophen in Gebärden. Manches vereinfachen wir, damit alle mitkommen. Das Ergebnis ist unsere Gebärden-Poesie.“
Die 48-Jährige spricht trotz ihres Handicaps ausgezeichnet – das hat sie als Kind in der früheren DDR gelernt. „Harte Arbeit war das. Aber heute bin ich froh, dass ich mit Händen und mit der Stimme reden kann.“

Über 40 Leute sind zur Probe gekommen. Einige können nicht hören, andere haben geistige Einschränkungen, zwei sind blind. „Wir sind schon eine bunte Truppe“, sagt Sozialpädagogin Ines. Überall wird geschnattert, mit Stimme und Händen. Die besten Plätze haben sich die Kinder gesichert: Die jüngste, Mathilda, ist acht Jahre, ein Mädchen mit Down-Syndrom, das mit großen Augen jeder Bewegung von Ines folgt.

Auf dem Probenplan: „Chöre“ von Mark Forster. „Bitte das ‚ohhhh‘ richtig lang ziehen“, mahnt Ines mit Stimme und Händen – zweisprachig, sozusagen. Gelebte Inklusion. „Jeder Mensch, ob mit Behinderung oder ohne, hat ein Recht darauf, anerkannt zu werden. Und dabei hilft der Chor,“ erklärt Ines. Und wie: Was als kleines Projekt im „treffpunkt.altona“ in Hamburg startete, ist richtig groß geworden: In der TV-Show von Helene Fischer ist „HandsUp“ schon aufgetreten, in der Hamburger Elbphilharmonie standen sie auf der Bühne. „Diese Anerkennung setzt noch mehr Kräfte frei!“, sagt Ines. Das findet auch Maren. Als die Probe endet, ist sie richtig traurig: „Aber okay, singe ich eben zu Hause weiter."

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SPENDENKONTO:
Spenden: Evangelische Stiftung
Alsterdorf/„HandsUp“
Stichwort: Gebärdenchor HandsUp
Bank für Sozialwirtschaft
IBAN: DE32 2512 0510 0004 4444 02
www.gebaerdenchor-handsup.de

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